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Mein Freund Moritz mag keine Feste. Dezember 4, 2007

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Mein Freund Moritz mag keine Feste. Offizielle Feiern sind ihm ein Gräuel, weil der Weg zum Buffet fast immer mit endlosen Reden und Grußworten gepflastert ist.

Privaten Festen misstraut er nicht minder. »Du bist zu einer Fete eingeladen, kannst dich nicht drücken, gehst also hin und während du noch einen Parkplatz suchst, kommen dir schon Leute mit Salatschüsseln entgegen. Bäh. Da weisst du schon gleich, was dich erwartet: Nudelsalat, matschiger Kartoffelsalat, Reissalat und Tiramisu. Igitt!«

Wir saßen gerade bei Moritz’ Lieblingsitaliener, hatten einen kleinen Mittagsimbiss hinter uns und brachten uns nun mit Kaffee und Grappa in Form für einen arbeitsreichen Nachmittag.

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Im KölnDesign-Vorstand Juni 6, 2007

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Im Frühjar wurde Lutz Essers als Mitglied des Vorstands von KölnDesign bestätigt und zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Uff – endlich geht’s weiter Juni 6, 2007

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Sie haben recht: das ist schon eine beinahe unverschämt lange Pause seit dem letzten Eintrag. Wie kommt’s?

Schuld sind unsere netten Kunden, die uns in den vergangenen Monaten kräftig auf Trab gehalten haben. Danke.

Da war zuerst der 60. Geburtstag des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Am 18. Mai 1947 entschieden sich die Bürgerinnen und Bürger des Landes Rheinland-Pfalz in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit für die Annahme der Verfassung, die aus Rheinland, Pfalz, Rheinhessen und Nassau nun Rheinland-Pfalz entstehen lassen würde.

Und 60 Jahre später, genauer ab dem 11. Mai 2006, wird diesem Ereignis mit umfangreichen Ausstellungen in Koblenz, Mainz und Speyer Rechnung getragen. Mit einem dicken Medienpaket (Banner, Poster, Broschüren, Ausstellungs-Zeitung, Website, Weblog, Multimedia-Terminals) haben wir den verschiedenen Aktivitäten ein gemeinsames Dach gegeben (»Verliebt, verlob, verheiratet«).

Inzwischen sind die Jubiläumsveranstaltungen planmäßig und erfolgreich gestartet, und wir können uns neuen Aufgaben widmen.

Wie dem deutschen Stand auf dem Weltstraßenkongress, der im September in Paris stattfindet und mit dessen Konzeption, Gestaltung und Ausführung wir im Mai beauftragt wurden. Und wir sind schon fleissig an der Arbeit.

Übrigens: Haben Sie sich über das Wort »Uff«in der Überschrift gewundert? Ich musste das einfach einmal in einem Artikel schreiben. Was mir jetzt noch fehlt ist »Huch!«

Der Baum – Symbol der Vergänglichkeit Januar 4, 2007

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Mein Freund Moritz hatte mich in seine Agentur einbestellt, um mir, so hoffte ich, einen dicken Designauftrag, eine verspätete Freie-Mitarbeiter-Weihnachtsgratifikation oder zumindest eine Einladung zu einem opulenten Mittagessen – die Tageszeit war dafür nicht ungünstig – zukommen zu lassen.

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Moritz und die Zeitreise Oktober 8, 2006

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Mein Freund Moritz ist ein pathologischer Leertischler. Sie wissen schon – diese unbegreiflichen Büroarbeiter, deren Schreibtische auch in größter Hektik stets aussehen wie aus dem Designmöbelkatalog: Flachbildschirm und Tastatur, Designerleuchte, Telefon – das war’s. Allenfalls noch die schweineteure Leder-Schreibmappe und der Edelfüller. Moritz hat selbst die Schreibtischlampe abgeschafft (und dafür einen überaus wirkungsvollen Effektspot an der Decke installiert).
Moritz hasst Volltischler, aber er muss mit ihnen leben.
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Guten Tag und herzlich willkommen… Oktober 8, 2006

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…im Blog vom springenden punkt.

Sie und wir sind hier noch ganz am Anfang, aber das wird schon noch. Schauen Sie deshalb immer mal wieder rein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Der Mexikaner in der Südstadt Februar 1, 2005

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Mein Freund Moritz langweilte sich. Wir lagen entspannt in einer ansonsten menschenleeren Mini-Wohnanlage auf einer windgeschützten und sonnendurchfluteten Terrasse, anstatt in Köln vor uns hin zu frieren. Wir freuten uns auf einen ordentlichen „Arroz de Tamboril“ und vertrieben uns die Zeit bis zum Abendessen mit leichteren Cocktails im Liegestuhl, was Moritz offensichtlich nur in kleinen Dosen genießen konnte. Er hatte einem Kunden, der recht erfolgreich die Ferienhäuser seiner in Deutschland lebenden portugiesischen Landsleute an der Algarve vermietete, ein verlängertes, nachsaisonales „Inspektionswochenende“ abgeschwatzt. Und das hatten wir unverzüglich angetreten.

Zu träge um aufzustehen und Nachschub an Cocktails und Lektüre zu besorgen, tastete er an etwas herum, das er für eine Speckrolle hielt. „Schade, dass irgendwann das Längenwachstum ins Breitenwachstum übergeht, oder?“. Ich brummte ein „mhm“. Ich hatte mich bis jetzt eigentlich ganz wohl gefühlt und verspürte nicht die geringste Lust in eine Diskussion über beginnende Fettleibigkeit einzutreten, zumal ich in dieser Hinsicht einen bemerkenswerten und deutlich sichtbaren Vorsprung ins Feld führen konnte.

Ich sah Moritz an, dass er das Thema freiwillig nicht fallen lassen würde und versuchte abzulenken: „Da beschwert der sich auch noch übers Wachstum, wo alle Welt über dessen Fehlen jammert. Du hast auch immer was zu meckern.“ Er grinste mich an: „Du hast Recht, zuerst steckt man Geld in die Wirtschaft – und das meine ich wörtlich, he he – dann setzt das Wachstum ein“, er deutete auf seinen „Bauch“, „und dann lässt man sich’s wieder einiges kosten, um sich des ungezügelten Wachstums zu erwehren. Und es besteht ja durchaus einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Minuswachstum und zunehmender Korpulenz.“ Er sah mich herausfordernd an und ich antwortete pflichtschuldig: „Erzähl!“

„Weil es der Wirtschaft nicht mehr ganz so gut geht…“, sein Ton wurde ein wenig oberlehrerhaft, „und einige meiner Kunden, äh, ihre Geschäftstätigkeit aufgaben, musste ich ebenfalls Einschnitte in der Personaldecke vornehmen.“ „Du hast Leute rausgeschmissen?“ fragte ich, begierig, ihn in einer moralischen Krise schwächeln zu sehen. „Ist ja egal jetzt“ lenkte er barsch ab, „jedenfalls habe ich seither doch erhebliche Mehrarbeit, die mich daran hindert, so wie früher regelmäßig zu joggen. Und das führt unweigerlich zu dieser Wampe, also eine direkte Folge der Wirtschaftskrise.“Ich verkniff es mir zu fragen, ob seine ausschweifenden Mittagspausen beim Italiener mit Bergen von Pasta und anschließendem Grappagenuss auch seiner neuen Zeitknappheit zum Opfer gefallen war und ob er die derart drastisch zurückgefahrene Kalorienzufuhr in seine Wachstumskalkulation auch einbezogen hatte.

Eigentlich hatte er nun genug mit seiner potenziellen Leibesfülle kokettiert, deshalb versuchte ich, das Gespräch auf die Schiene „Weisst du noch damals…“ zu lenken. Das funktioniert bei Moritz meistens, weil er zwar gerne den straight nach vorne blickenden „lonesome Cowboy“ gibt, im Grunde aber schrecklich sentimental ist: „Erinnerst du dich noch an die Zeit, wo Kneipenklos noch vollgekritzelt waren? Da las man häufig den Spruch: „Wachstum um seiner selbst willen, ist die Ideologie der Krebszelle“ oder so ähnlich. Also, anschwellende – um beim Bild zu bleiben – und abklingende Wachstumsphasen sind völlig normal. Ich persönlich wäre über ein längeres Nullwachstum in der Körpermitte schon sehr glücklich.“

„Als es in der Südstadt noch einen richtigen Mexikaner gab“, ich hatte offensichtlich gewonnen, „da sass ich mal mit einem Bekannten, einem anerkannten Volkswirtschaftler, an einem kleinen Tischchen an der Straße. Es war sehr heiss, obwohl es schon spät am Abend war und wir tranken Margeritas und aßen sauer marinierten rohen Fisch. Das war sehr lecker übrigens…“ Moritz’ Gedanken schweiften in der Vergangenheit herum. Irgendwann wollte ich es dann aber doch wissen. „Und?“ fragte ich. „Na ja, er hat mir erklärt, weshalb permanentes Wirtschaftswachstum nicht nur möglich, sondern auch sehr leicht zu erreichen ist.“ „Ja und, wie macht man das, weshalb macht es sonst keiner ?“ Pause. Moritz stierte gedankenverloren in den Himmel. Dann plötzlich: „Was? Wie das geht? Weiss ich nicht. Wir hatten immer mehr Margeritas getrunken und von Schluck zu Schluck sprach mein Freund leiser und undeutlicher. Ich habe ihn einfach nicht mehr verstanden.“